Hör nicht auf
Was and're denken,
was sie an Wert
erachten,
wovon sie
schwärmen,
sich erwärmen,
die Wahrheiten,
die sie fanden,
die Gewissheiten,
die sie haben,
in denen sie
sich laben,
hast du
durchschaut,
sie sind
dir fremd,
sie sind
dir fremd!
Ihren Humor
- Lachen,
Sprüche klopfen -
magst du nicht,
Geselligkeit,
Spiele:
an solchen
Orten
fühlst du dich
verloren.
Du stehst
am Rande.
Dunkler Wald
ist dir
Erholung.
Wege, die sie
suchen,
meidest du.
Rehe und Wölfe
sind deine
Gefährten.
Wo man
in gepflegten
Gärten
Rosen hegt,
bestaunt,
siehst du
den Löwenzahn,
erfreust dich
am wilden
Kraut.
Dich schmerzt
die missbrauchte,
vom Menschen
entartete Natur.
Und wo sie
selbst Menschen
missachten,
verstehst du
und lächelst
jenen zu.
Die ach so
Bürgerlichen,
Wissenden,
Hochgelobten:
Ihre Reden
sind deine
nicht,
und auch
ihr Weben
ist nicht
deines.
Wenn sie
glauben
- ach, glauben -,
da beginnst du
zu fragen.
Wo Sonne ist,
da siehst du
Schatten.
Und wo sie
Dunkel seh'n,
da siehst
du Licht.
Wo sie hassen
und sich nach dem
Leben trachten,
da fängst
du an
zu lieben,
da fängst
du an
zu lieben!
Hör nicht auf,
ja, hör nicht auf,
du selbst zu sein!
Hör nicht auf,
dich zu
bewahren,
dich zu
verschenken!
Vertrau,
vertrau darauf:
So wie du bist,
genau so
wie du bist,
bist du
gemeint!
Auch wenn es
wehtut,
richtig wehtut,
wenn niemand
dich versteht,
jeder dir
aus dem
Wege geht,
wenn man
dich meidet,
dir dein Du,
dein Leben
neidet:
Hör nicht auf,
hör nicht auf,
hör niemals auf,
du selbst zu sein!
So wie du bist,
mit deinem
Namen,
mit deinen
Narben,
mit jedem
einzelnen
Mangel,
mit deiner
gebrochenen
Vita,
deinen
Grau'n,
deinen
Träumen,
deinen
Ängsten,
Fantasien,
Begierden
und Lüsten,
bist du
vom Schöpfer,
vom Kosmos,
vom Himmel,
vom Leben,
so wie du bist,
d u s e l b s t
gemeint!
Hör nicht auf,
hör nicht auf,
hör niemals auf,
du selbst zu sein,
dich zu bewahren,
dich zu verschenken!
Hör auf,
zu fragen,
zu grübeln,
zu raten,
dich
zu sorgen,
zu plagen:
So wie du bist,
genau so,
wie du bist,
bist du
gemeint!
Auch
wenn es
wehtut,
richtig
wehtut:
Lass dich
gescheh'n!
Hör nicht auf,
so wie du
bist,
mit vollen
Händen
dich zu
verschenken!
Du bist
das Zentrum,
das Herz
und der Puls!
Du bist
die Quelle
und der Ozean,
das Wasser
und das Feuer,
der Regen
und der Wind,
der Boden,
auf dem
alles steht
und sich
um dich dreht!
Du bist
die Luft,
der Sauerstoff!
Du bist
der Nordpol
und der Südpol,
die Sonne
und der Mond!
Du bist
der Morgen
und der Abend,
der Tag
und die Nacht!
Du bist
die W e l t ,
denn es gibt
nur diese eine -
d e i n e !
Hör nicht auf,
du selbst zu sein!
Hör nicht auf,
hör niemals auf,
du selbst zu sein!
Du bist geworden,
du bist da!
N i c h t s ist mehr,
wenn d u gehst;
wenn du vergehst,
vergeht die Welt!
Drum hör nicht auf,
mit vollen Händen
dich zu verschenken,
dich zu verströmen,
den Raum zu füllen,
d a zu sein,
in allem,
in jedem,
dein Ich
zu wesen!
2.5./3.5./4.5/9.5./15.06.2016, 24.10./9.11.2021
nach Sarah Connor Mit vollen Händen
Sarah Connor (*13.06.1980)