Du bist die Tür
An S.
Version I
Du bist die Tür
in meine uneigentliche Welt,
ins Land der verwegensten
und verborgensten Träume.
Wie sehr wir uns liebten
und sehnten!
Kannst Du sie nicht öffnen
und neu uns beleben,
was seit wir uns trennten,
unser Altern *,
nicht ohne Bedeutung sein lassen?
Du bist die Tür
in meine Sehnsuchtswelt!
Selbst wenn nun
wir uns nur noch herzten,
und in wissender Erinnerung
uns umarmten.
Ach, dass Du neu
mich liebtest!
Und wir uns für immer,
bis zum Tod des Ersten,
fest festhielten!
* Gemeint: und unser Altern, nicht Altern als Konkretisierung des Vorverses.
2.8.2025, 3.8.2025: Einfügung der vorletzten Strophe und von "wir" und "uns" im ersten Vers der (neuen) letzten Strophe, inspiriert von Heinz Kahlau Bedauern
Heinz Kahlau (*6.2.1931, †6.4.2012)
Bedauern
Du bist die Tür
in eine Welt zurück,
durch die ich meine Wege
längst schon hatte,
in einer Zeit
die sehr viel dunkler war.
Ich hatte wenig Blick,
mich umzusehn.
Jetzt ist mein Auge besser,
warum kann
ich nicht den Weg
mit dir
noch einmal gehen?