Gedichte – Andreas Chilinski

Andreas C.

Du bist die Tür

Du bist die Tür

An S.

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Version I

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Du bist die Tür

in meine uneigentliche Welt,

ins Land der verwegensten

und verborgensten Träume.

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Wie sehr wir uns liebten

und sehnten!

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Kannst Du sie nicht öffnen

und neu uns beleben,

was seit wir uns trennten,

unser Altern *,

nicht ohne Bedeutung sein lassen?

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Du bist die Tür

in meine Sehnsuchtswelt!

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Selbst wenn nun

wir uns nur noch herzten,

und in wissender Erinnerung

uns umarmten.

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Ach, dass Du neu

mich liebtest!

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Und wir uns für immer,

bis zum Tod des Ersten,

fest festhielten!

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*   Gemeint: und unser Altern, nicht Altern als Konkretisierung des Vorverses.

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2.8.2025, 3.8.2025: Einfügung der vorletzten Strophe und von "wir" und "uns" im ersten Vers der (neuen) letzten Strophe, inspiriert von Heinz Kahlau Bedauern

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Weitere Versionen

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Heinz Kahlau (*6.2.1931, †6.4.2012)

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Bedauern

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Du bist die Tür

in eine Welt zurück,

durch die ich meine Wege

längst schon hatte,

in einer Zeit

die sehr viel dunkler war.

Ich hatte wenig Blick,

mich umzusehn.

Jetzt ist mein Auge besser,

warum kann

ich nicht den Weg

mit dir

noch einmal gehen?