Gedichte – Andreas Chilinski

Andreas C.

Entschwebt

Entschwebt

im Denken an A.

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Version I

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Bettgeruch

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Große Augen

Dunkles langes wuscheliges Haar

Volle zärtelnde Lippen

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Weicher Körper

Schmiegendes Fliegen

Tiefes Ineinandervergraben

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Den Tag und die Nacht

und alles vergessend

Sich entmaterialisierendes Sagen

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Fallender warmer Tau

Versinken im Ozeanblau

Seliges Gründen

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Bleiben

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2.11.2025

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Entschwebt

im Denken an A.

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Version II

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Gesunden

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2.11.2025, 3.11.2025: in der letzten Strophe "Gesunden" anstatt "Bleiben"

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Anmerkungen

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I.

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Das Gedicht entstand am Mittag des 2. November 2025 nach dem Anhören eines wieder und wieder laut gehörten Ohrwurmsa, die zeitlich ersten Verse beim letztmaligen Hören. Die Musik, vielmehr meine durch sie bewirkte bzw. intensivierte Stimmung, war der auslösende Impuls, oder anders, wohl auch richtiger, die Bereitung des "Bodens" für das empfangene "Samenkorn": die ersten Worte, die mit weiteren zu einem Gedicht werden wollten. Vorher-gegangen waren seit Anfang September einige Mails und ein aktuelles Selfie, bekleidet im Bett liegend, das ich am 31. Oktober erhielt. Fantasievolles "im Denken an" also (nur).

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a   Ein fetziges Medley mit Anna Lapwood an der Orgel und dem von Kevin John Edusei geleiteten Konzerthausorchester Berlin beim Opus Klassik 2024 im Konzerthaus Berlin (Link).

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II.

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Die letzten drei Verse (= Zeilen) dieser minimalistischen, auf das Wesentliche begrenzten Symphonie fantastique b sind nicht als Allegorie zu verstehen, sondern wie die beiden Schlusssätze Berlioz' Symphonie fantastique c – nur nicht, dass der Protagonist=Autor des Gedichts wie der Protagonist=Kompo-nist der Sinfonie von anderen getötet witd und dann in den Lärm eines Hexen-sabbats gerät, sondern in die Stille eines Ozeans. Der Weg führt in diesem meinem Traum vom Bett ins Meer.

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Siehe meine Anmerkungen zu "S F 3. Februar 1983"! – "Entschwebt" handelt nicht von Liebesschmerzen und auch nicht von einem Liebesdrama, sondern von tiefer grundsätzlicher - personengelöster, insofern "unbefleckter", d. h. auf A. bezogen unerfahrener (wenn auch, siehe I., u. a. durch sie getriggerter) - Sehnsucht.

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c    Berlioz hat seinem Werk den Untertitel "Episode de la vie d'un artiste [Episode aus dem Leben eines Künstlers]" gegeben; er kann auch meinem Werk hinzugefügt werden.

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III.

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"Gesunden" anstatt "Bleiben" als letztes Wort - Version II - macht das Gedicht stilistisch und metrisch stimmiger, runder, und setzt den Bezug zu meinen Todessehnsuchtsgedichten noch deutlicher, insbesondere zu den ebenfalls minimalistischen Gedichten "Vom Himmel" und "Ordnung werde wieder hergestellt".

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Wird der drittletzte Vers des fantastischen/unwirklichen Traums - du rêve fantastique - nicht wortwörtlich genommen (sondern als Allegorie, siehe II.), besteht, egal welches Wort das Gedicht abschließt, kein Todesbezug und damit keine Verbindung zu den im Vorabsatz genannten Gedichten.

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IV.

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Lyrische Texte sind häufig mehrdeutig. Dies sind auch die Verse von "Entschwebt". Es mag sie jeder verstehen wie er will!

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Mir ist keine Lesart befremdlich; die dritte wäre die Erotisierung des Gedichts, die vierte die Sexualisierung.