Gedichte – Andreas Chilinski

Andreas C.

Lesen in den Sternen

Lesen in den Sternen

im Denken an S.-2

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Version I

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ussin vom …ternenmeer

verzückt die …euronen

in meinem …irn

streicht …alsam

auf die …unde

in meinem …erzen

versäuselt

mit ihrer …timme

mein …ehör

entfacht …egierde

trifft ins ach

so lange …artende

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Und diese Art zu …eden

diese …lugheit und …ewitztheit

und lustigenerwortungen

diese betörendenlicke

und das erotische …anze

ihres …o-Seienden

ihres …harmes

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Das alles

all das

ist für ein Andre…s

und ein Andre…s

ist für sie

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18.02.2026, 19.02.2026: Titel, 20.02.2026: Streichung des ehemals zweiten Verses "in meinem …eist", Streichung von "und" im jetzigen vierten Vers, Streichung von "mir" im jetzigen siebten Vers, 20.02.2026: Pluralbildung von "lustige …erwortung" im dritten Vers der zweiten Strophe

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Lesen in den Sternen

im Denken an S.-2

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Version II

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ussin vom …ternenmeer

verzückt im …irn

die …euronen

streicht …alsam

auf die …unde

deserzens

versäuselt

mit ihrer …timme

dasehör

entfacht …egierde

trifft ins

sehr lange schon

artende

.

Ihre Art zu …eden

ihrelugheit und …ewitztheit

und lustige …erwortung

ihr betörenderlick

ihr ganzes erotisches

…o-Seiende

ihr …harme

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Das alles

all das

ist sie für ein Andre…s

und ein Andre…s

ist für sie

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18.02.2026, 19.02.2026: Titel, Einfügung "sie" in den dritten Vers der dritten Strophe, Streichung der Ich-Bezogenheiten in der ersten Strophe: Streichung des ehemals zweiten Verses "in meinem …eist", des ehemals vierten Verses "in meinem …irn", Änderung von "in meinem …erzen" in "des … erzens" im jetzigen dechsten Vers, Streichung von "mir" im jetzigen siebten Vers und Änderung von "mein" in "das" im jetzigen neunten Vers, Einfügung "sie" in den dritten Vers der letzten Strophe, 20.02.2026: Streichung von "und" im jetzigen vierten Vers der ersten Strophe, Streichung von "ach" im jetzigen drittletzten Vers der ersten Strophe, Streichung von "Und" im ersten Vers der zweiten Strophe, "ihre" anstatt "diese" im ersten und zweiten Vers der zweiten Strophe, 21.02.2026: Einfügung von "im …irn" in den jetzigen zweiten Vers der ersten Strophe, Umsetzung von "die …euronen" eine Zeile tiefer als jetzigen dritten Vers der ersten Strophe, "sehr" anstatt "so" und Einfügung von "schon" im jetzigen vorletzten Vers der ersten Strophe, Versetzung von "artende" einen Vers tiefer in den jetzigen letzten Vers der ersten Strophe, "ihr" anstatt "diese" im vierten Vers der zweiten Strophe sowie Singularbildung auch von "betörenden …licke", Änderung der drei letzten Verse der zweiten Strophe von "und das erotische …anze | ihres …o-Seienden | ihres …harmes" in "ihr ganzes erotisches | …o-Seiende | ihr …harme"

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Anmerkungen

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I.

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"Andre…s", absichtlich großgeschrieben, ist im drittletzten Vers zweifach und im vorletzten Vers dreifach gemeint; die korrekten Schreibweisen sind deshalb kurz "Andre(…)s", lang "Andres/Andre…s" und "Andres und Andre…s" und am genauesten "Andres/Andre…s" im drittletzten Vers und "Andres/Andre…s und Andres" im vorletzten Vers. Unter Inanspruchnahme der dichterischen Freiheit habe ich mich zulasten des unmittelbaren Verstehens zugunsten des Schrift-bildes und des Stils entschieden und mit diesem Hinweis dem Mangel ab-geholfen.

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II.

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Der Titel gibt eine Verstehenshilfe für die Schreibweise der Substantive (mit Ausnahme von "Art" im ersten Vers der zweiten Strophe, in der das Verb die Lücke aufweist; im letzten Vers der ersten Strophe ist ein substantiviertes Verb unvollständig, allerdings enthält dieser Vers - einschließlich dem in Version I inhaltlich dazugehörigen vorhergehenden, in Version II der inhaltlich dazuge-hörigen beiden vorhergehenden - kein anderes Substantiv). Er deutet erstens einen der Hintergründe an, vor dem die Frau, an die ich beim Schreiben dachte, S.-2, tatsächlicha erscheint: die Astrologie – wenn man denn Überzeugungen - wie auch Vorlieben, Wesenseigenschaften, Neigungen, Geschlecht, Kultur, Nation, Religion, Beruf, finanzielle Situation und dergleichen Zugehörigkeiten und Zuordnungen - so nennen will. Diesen tatsächlichena Hintergrund habe ich ins hier gezeichnete lyrische Bild, in dem S.-2, wie in ihrem Leben, die Pro-tagonistinb ist, übernommen; er ist das dritte Andere des "Andre…s" im vorletzten Vers. Zweitens, tiefergehend und vornehmlich, steht der Titel für die "Klarheit" astrologischer Aussagen, und drittens für die grundsätzliche Unklar-heit der Zukunft, für die Unsicherheit von allem, somit auch für die Fragilität des im Gedicht hauptsächlich zum Ausdruck Gebrachten: dem Schönen, das die Verse überhaupt erst hat werden lassen c.

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a Was im gewöhnlichen Sprachgebrauch "tatsächlich"/"Tatsache", "wirklich"/"Wirklichkeit" genannt wird, ist mit Ausnahme des cogito ergo sum [ich denke, also bin ich] nur Annahme/ Fürwahrhaltung/Überzeugung. Ausführlicher siehe Gedicht Selbstgespräch (Drei Fragen) und "Über mich", dritte Meta-Überzeugung und j sowie zum zu ergänzenden, von Descartes ausgeschlossenen "nur" k!

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bIn Version I komme auch ich vor, und in meinem Leben bin ich der Protagonist: Von den durch bzw. (korrekt) von S.-2 verursachten Wirkungen auf mich habe ich geschrieben ohne mich nicht diese Wirkungen (jedenfalls nicht genau dieselben), nicht meine Empfindungen. So gibt es in dieser Version zwei Protagonisten; der Hauptscheinwerfer ist aber auf S.-2 gerichtet.

In Version II ist S.-2 klar die Protagonistin, da von mir keine klare Rede ist.

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c Ein anderer Fokus auf das Schöne, erreicht durch eine andere Interpunktion, ist folgender: "…, somit auch für die Fragilität des im Gedicht hauptsächlich zum Ausdruck Gebrachten, dem Schönen (das die Verse überhaupt erst hat werden lassen)." Mit ihr wird nicht nur das Schöne in den Blick genommen, das von mir erlebt wird, sondern das gesamte Schöne, das Schöne an sich (dessen Teil das von mir erlebte Schöne, und wiederum dessen Teil das hier geschilderte von mir erlebte Schöne ist). Weil es mir im Gedicht bezogen auf das Schöne um genau dieses (das geschilderte) von mir erlebte Schöne geht, habe ich mich für die Zeichensetzung entschieden, die es in den Vordergrund stellt.  

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Was - wen - ich mit "Andre…s" hauptsächlich - eigentlich - meine, dürfte offenkundig sein. Weil die zweite, die untergeordnete Aussage, die allgemeine Botschaft des Gedichts, der Hinweis auf Unklarheit/Unsicherheit ist (veran-schaulicht, wie bereits erwähnt, durch die Setzung von Buchstabenlücken), habe ich sie bis ins Letzte - bis zu mir selbst - beibehalten.