Gedichte – Andreas Chilinski

Andreas C.

Sehnsucht

S e h n s u c h t

Für Dawina

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Sehnsucht, die Ewige,

immer wiederkehrende

Sucht nach der Liebe,

dem einen Glück,

das empfängt und sendet,

nie vergeht, das

Hände und Haut,

Augen und Herzen, Seelen

vereint,

Geborgenheit gebiert,

stillt, tröstet,

das a l l e s wird

durch die Worte

"Ich liebe dich".

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Die du zu mir kamst,

und fielst

wie ein Komet in der Nacht,

in der Galaxien sich zuriefen

"Liebe mich! Liebe mich!",

in dem Wald,

in dem kleine Bäche

hinabplätschern durchs frische Grün,

in den Fluss, in den See,

in das Meer,

in dem Ewigkeit sein wird,

zeitlose Brandung,

die das Wasser

in Tropfen zelebriert,

die dich

Haar, Ohren, Augen, Mund, Nase, Hals, Brüste

sein lässt,

Arme, Hände, Bauch, Vulva, Rücken, Hintern,

Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Füße,

und alles

zu der einen einzigen Ganzheit

gestaltet,

die du bist:

Die ewig Gesuchte,

sich in Fleisch und Gestalt,

in Seele und Geist

offenbarende Frau,

die die Zauberworte erwidert:

"Ja, du bist es!"

"Ja, ich will dich!"

Mit Haut und Haaren,

deinen Schweißperlen,

deinem Geruch, den du

allabendlich

abwaschen wirst.

Ich will es,

weil ich dich suchte,

weil du mir fehltest,

weil ich dich brauche!

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Du andere Seele meines Ich,

ewige Sehnsucht:

Sieh mir in die Augen,

und ich erblicke D i c h !

Streichle mich,

und ich sende

ewige Sonnenwärme!

Balznacht der Vögel.

Erster Flug des Schmetterlings.

Mittsommernacht

in der nach Wärme

rufenden Zeit.

Moosgrün

auf dem immer feuchten,

fruchtbaren,

nie austrocknenden Boden.

Unsere Seelen

wissen wohl,

unsere Augen, leuchtend,

unsere Arme,

unsere Münder.

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5.5.2003, 29./30/31.07.2016

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