S e h n s u c h t
Für Dawina
Sehnsucht, die Ewige,
immer wiederkehrende
Sucht nach der Liebe,
dem einen Glück,
das empfängt und sendet,
nie vergeht, das
Hände und Haut,
Augen und Herzen, Seelen
vereint,
Geborgenheit gebiert,
stillt, tröstet,
das a l l e s wird
durch die Worte
"Ich liebe dich".
Die du zu mir kamst,
und fielst
wie ein Komet in der Nacht,
in der Galaxien sich zuriefen
"Liebe mich! Liebe mich!",
in dem Wald,
in dem kleine Bäche
hinabplätschern durchs frische Grün,
in den Fluss, in den See,
in das Meer,
in dem Ewigkeit sein wird,
zeitlose Brandung,
die das Wasser
in Tropfen zelebriert,
die dich
Haar, Ohren, Augen, Mund, Nase, Hals, Brüste
sein lässt,
Arme, Hände, Bauch, Vulva, Rücken, Hintern,
Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Füße,
und alles
zu der einen einzigen Ganzheit
gestaltet,
die du bist:
Die ewig Gesuchte,
sich in Fleisch und Gestalt,
in Seele und Geist
offenbarende Frau,
die die Zauberworte erwidert:
"Ja, du bist es!"
"Ja, ich will dich!"
Mit Haut und Haaren,
deinen Schweißperlen,
deinem Geruch, den du
allabendlich
abwaschen wirst.
Ich will es,
weil ich dich suchte,
weil du mir fehltest,
weil ich dich brauche!
Du andere Seele meines Ich,
ewige Sehnsucht:
Sieh mir in die Augen,
und ich erblicke D i c h !
Streichle mich,
und ich sende
ewige Sonnenwärme!
Balznacht der Vögel.
Erster Flug des Schmetterlings.
Mittsommernacht
in der nach Wärme
rufenden Zeit.
Moosgrün
auf dem immer feuchten,
fruchtbaren,
nie austrocknenden Boden.
Unsere Seelen
wissen wohl,
unsere Augen, leuchtend,
unsere Arme,
unsere Münder.
5.5.2003, 29./30/31.07.2016