Du: Wer bist du?
Süß und scharf!
Wechselspiel! Wechselspiel!
Lebenskonfetti,
bunt und viel,
Bruchstücke,
Gedankenschnipsel.
Wofür? V o n wem?
Momente, Momente!
Augenblicke des Jetzt
im vergehenden Hier.
Wer sind wir?
Und warum?
Und wer bist du?
Und was ist dein Ziel?
Wofür? F ü r wen?
In einer nichtigen Zeit,
die m e h r ? als Nichts ist,
angesichts des Gestern vor dir
und des Morgen nach dir.
Was machst du?
Wirkst du, webst du?
Am Unvergänglichen
für den und die,
die nichts sind,
angesichts des
Gestern vor ihnen
und des
Morgen nach ihnen?
Wer bist du?
Was macht dich aus?
Auf der Insel der
Lebenden,
kurz vor der
immerwiederkehrenden
sintflutgleichen Flut
im Meer des Todes.
Freust dich, lachst,
leidest, bangst,
hoffst, sorgst,
trauerst,
wähnst dich in Sicherheit,
zweifelst, hast Angst,
b i s t , weil du denkst,
all dieses,
und dass du bist -
und w e i ß t nicht einmal,
dass er und sie
und alle um dich
und in deinem Denken
wirklich sind,
dass dein Fleisch
Fleisch ist,
Berührung
wirkliche Berührung,
deine Kleidung
Kleidung deines Körpers,
und deine Wohnung
aus Holz oder Stein.
Wer bist du?
W e i ß t nicht, ob es dich
- jenseits des Glaubens -
gibt, und denkst doch,
dass alles
und alles und alles,
alles so wichtig ist,
so bedeutend,
lebenswert, auskostwürdig,
auskostpflichtig.
Hier und da,
"Es muss sein...".
Kein Aufschub, kein Aufschub!
Wer bist du?
Auf dieser winzigen
kleinen Insel
im Zeitenmeer der Gewesenen
und Bald-nicht-mehr-Seienden.
Geboren?
Und wenn ja:
Warum?
Und vor allem:
Wozu? -
Und w a r u m und w o z u ,
ausgerechnet
in genau
dieser Zeit und Kultur,
in genau
diesem Land
und
in genau
deinem Stand,
bist du geboren,
g l a u b s t du
geboren worden
zu sein?
Götter vor dir,
nach dir,
über dir!
Jeder sagt dir,
früh schon,
was du darfst
und was du sollst,
was "gut" ist,
und was "böse",
und wie es ist,
in dieser Welt,
wie sie funktioniert,
tickt, entstand
und wird.
Wirrwarr, Wirrwarr!
Kopf voll!
H i e r ist Gott, d a ist Gott!
Hier? Da?
Tohuwabohu des Wissens,
Apokalypse des
"Wird werden"!
Und du?
Nun du,
in deinem Ich
d e i n e s Reiches,
oder, in "Größenwahn",
als - kleines - x,
Zähler im Bruch,
dessen Nenner
die Summe all jener ist,
die neben dir leben
und vor dir
gelebt haben
und nach dir
leben werden,
die alle sind,
waren
und sind und sind
und werden,
mit deiner Anmut,
deiner Größe,
deiner Bedeutung, Macht,
mit der Wortgewalt
deines Sprachgesangs,
deinem Hören
- so wichtig dein Rat,
so erbaulich, förderlich,
nützlich, nachgefragt,
gewünscht, erbeten -
du, mit
deinem ganzen Sosein,
mit deinem Dasein
in der Welt
auf deiner kleinen Insel,
in d e i n e r Welt,
auf deiner
W e l t i n s e l ,
für ihn, für sie,
für alle, die du
siehst,
für mich:
Wer bist du?
11.04./12.04./14.04./16.04.2016
"Du: Wer bist Du?" ist ein philosophischer Blick auf das Leben, konkret auf das Dasein des Ich und die Fragen, die sich jedem Ich stellen müssen (wenn es sich denn mit seinem Dasein auseinandersetzt).