Bald
B a l d gewelkt der Welt -
und den Menschen
immer mehr entfremdet -
werd' ich mich laben,
nichts mehr haben
als allein den Gewinn,
gewesen zu sein.
Endlich entrückt,
vollkommen aufgehend
im trostvollen,
friedumhüllenden
erquickenden Nichts -
das mehr,
schöner ist,
als das Geringste
eines Etwas,
das schön
und wohltuend
sein kann.
E n d l i c h kommt der Tag
ach, käme er bald,
der Tag des großen Nun!
In dem aufgeht,
was gewesen,
sich vollendet
in dem allerherrlichsten
aller herrlichen Momente.
Dem ersten und letzten,
dem unendlichen,
der auf das letzte
Wissen folgt -
dem Blick
vom Gipfelkreuz
hinab ins Land
der Seienden.
A c h , wär' ich
schon gewesen,
hätte genug gestritten,
gelitten,
für die ganz und gar
überflüssige
Sinnlosigkeit,
die man Leben
nennt
und das,
zum Zwecke
der Nichtverzweiflung,
"sinnvoll"
und "Gnade Gottes"
und "großes Glück".
Und, damit nicht genug,
es über sich selbst
erweitert auf ein
Leben nach dem Leben.
A c h , du arme Kreatur,
bist geschaffen.
In Lust?
In Geilheit?
Gewünscht?
Gegen den Willen?
Von Menschen,
die dabei
wie Tiere
sind -
schnaubend /
stöhnend /
geifernd,
die Krone
der Schöpfung,
die sie sonst
sein wollen,
ganz vergessend.
Und nun du:
ein Tier!
Das sich
niedere Tiere
hält,
sein eigenes
Tier-Sein
leugnet,
sich Götter kreiert
und ein Reich,
in dem es mit ihnen
selbst Gott ist.
Und auch du,
ja du,
der du
bescheiden bist,
dich nicht
über andere Tiere
erhebst
und keine isst,
dich nicht in
Jenseitsvorstellungen
flüchtest:
bist auch nur
das gewollte
oder ungewollte
oder gewollte und ungewollte
Produkt eines gewollten
oder ungewollten
oder gewollten und ungewollten
tierischen Triebes!
Die Folge nur
unerstickbarer,
überschäumender
Lust oder Gewalt.
Nicht mehr -
nichts Weiteres
und Größeres
und Höheres.
Ein ganzes Leben
wegen einiger
Sekunden / Minuten
der Lust -
aufgrund eines
singulären Willens
der Kreaturen,
die du,
wenn du sie
überhaupt kennst,
Vater und Mutter
nennst,
und doch,
wie jedes
Lebewesen,
das du liebst,
nie vollkommen
ergründen wirst.
20./21./22./23.10.2017
Nach Uwe-Andreas Vogt (*1.3.1958, †26.05.2023):
Wie welk ich dahin
Meine Beine lahmen
Jemand zimmert einen Sarg
(2017)