Gedichte – Andreas Chilinski

Andreas C.

Letzte Weihnachten

Letzte Weihnachten

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Seit Jahren schon

auch an Weihnachten allein.

Kein Problem,

Lauf der Dinge!

Erinnerungen an

Weihnachten

der Kindheit,

Jugend und danach:

deutlich, aber

ohne Wehmut.

Alles hat seine Zeit!

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Nun zum letzten Mal

dieses eigentlich

schöne Fest,

Religiosität hin oder her.

Auch bei diesem Gedanken

keine Wehmut.

Ein Mal ist immer

das letzte Mal!

"Ein Mal möchte ich

noch dies erleben",

"… hier hin", "… da hin"!

Ich versteh

dieses Brimborium,

diese Erhöhungen,

Idealisierungen

ganz gewöhnlicher Genüsse

- Orte, Erfahrungen etc. -

nicht.

Tatsächlich ist

jede einzelne Erfahrung

einmalig

- ohne dass einem dies

je wirklich bewusst ist.

Ein Mal ist immer

irgendetwas

das letzte Mal!

Meist interessiert das

gar nicht oder

man ist sogar froh.

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Nun, so viel kann

ich wohl sagen:

Weihnachten,

mein letztes Mal!

Welche Gedanken

mich bewegen?

E n d l i c h !

Wie, als wenn man

es endlich schafft,

sich von irgendetwas

- einem Ding,

einem Mann,

einer Frau -

zu trennen,

zu befreien!

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―  H e i l i g  Abend

für immer einzuschlafen,

am nächsten Tag nicht

mehr aufzuwachen:

Das wäre ein

H e i l i g e r  Abend!

W e i h nacht zu sterben:

Das wäre eine

g e w e i h t e  Nacht!

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23.12.20 in einem Zug geschrieben,

25.12.20, 13./17.01.21: Weglassung eines "allein", Setzungskorrekturen.

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