Letzte Weihnachten
Seit Jahren schon
auch an Weihnachten allein.
Kein Problem,
Lauf der Dinge!
Erinnerungen an
Weihnachten
der Kindheit,
Jugend und danach:
deutlich, aber
ohne Wehmut.
Alles hat seine Zeit!
Nun zum letzten Mal
dieses eigentlich
schöne Fest,
Religiosität hin oder her.
Auch bei diesem Gedanken
keine Wehmut.
Ein Mal ist immer
das letzte Mal!
"Ein Mal möchte ich
noch dies erleben",
"… hier hin", "… da hin"!
Ich versteh
dieses Brimborium,
diese Erhöhungen,
Idealisierungen
ganz gewöhnlicher Genüsse
- Orte, Erfahrungen etc. -
nicht.
Tatsächlich ist
jede einzelne Erfahrung
einmalig
- ohne dass einem dies
je wirklich bewusst ist.
Ein Mal ist immer
irgendetwas
das letzte Mal!
Meist interessiert das
gar nicht oder
man ist sogar froh.
Nun, so viel kann
ich wohl sagen:
Weihnachten,
mein letztes Mal!
― Welche Gedanken
mich bewegen?
E n d l i c h !
Wie, als wenn man
es endlich schafft,
sich von irgendetwas
- einem Ding,
einem Mann,
einer Frau -
zu trennen,
zu befreien!
― H e i l i g Abend
für immer einzuschlafen,
am nächsten Tag nicht
mehr aufzuwachen:
Das wäre ein
H e i l i g e r Abend!
W e i h nacht zu sterben:
Das wäre eine
g e w e i h t e Nacht!
23.12.20 in einem Zug geschrieben,
25.12.20, 13./17.01.21: Weglassung eines "allein", Setzungskorrekturen
