Selbstgespräch
(Drei Fragen)
Eines Tages
kommst du doch,
Warum erst dann?
Weil es dich
gar nicht gibt,
sondern
du nur Wirkung bist,
die erste
von mir nicht mehr
wahrnehmbare
in einer Kette
von Ursachen
und Wirkungen,
die,
auf mein Sein
bezogen,
sinnlos begann
als ich
noch keine
Wahrnehmungen
hatte,
also
noch gar nicht
war,
wie ja,
jenseits
meines vergänglichen
Seins,
alles,
was sonst
ich wahrnehme,
also,
was vielleicht
wirklich ist,
sinnlos ist
- außer
selbstredend,
oberflächlich betrachtet,
das
in der Sinnlosigkeit
Nützliche -,
durch blinden
höhern Willen
geworden,
der sich,
warum auch immer,
wenn meine Wahrnehmungen
stimmen,
in Materie
- Zeit und Raum -
entäußerte,
Da-Sein und So-Sein gab
und immer noch gibt,
also,
wenn denn Materie,
jedenfalls was ich
als Materie
wahrnehme,
vor allem mein Sein,
geboren, vollständig,
nicht nur (noch) Hirn,
in wachem Zustand
mit selbst erzeugten
mentalen Zuständen,
Akteur meiner selbst,
autonomes Individuum -
keine Schimäre ist
- Lug und Trug,
vielleicht gar einst
von mir selbst gewählt,
jedenfalls
mir zuvor bewusst,
wenn es also
in der Welt,
Ursachen und Wirkungen,
die mich betreffen,
überhaupt gibt
– obgleich Materie,
also
was aus Materie ist
- die Erscheinungen
des unergründlichen
höhern Willens -
so keine Schimäre,
doch aus dem
entstanden ist
und entsteht,
also besteht,
was andere
einst noch nicht
"Materie" nannten,
also
zum selbigen
»das ist "nichts"«
sagten,
oder mir dies
- wenn es
in der Welt,
die ich wahrnehme,
so,
wie ich mich wahrnehme,
gibt -
als Information
eingegeben wurde,
also
auch ich,
entgegen aller
von mir zur Kenntnis
genommenen
oder
mir zur Kenntnis
eingegebenem
religiösen Überhöhung
des Menschen
- wenn es denn
in der Welt,
die ich wahrnehme,
Menschen
und andere Lebewesen,
überhaupt gibt -,
da aus nichts
nichts werden kann
- ex nihilo nihil fit -,
"nichts" bin
zwischen
dem Nichts-Sein
vor meinem Gewordensein
und dem
Nichts-Sein
in meinem
Nichtmehrsein
zeitlich verbundene
Quanten
in den mich
ausmachenden
Atomen,
in denen
zwischen deren
Kernen und Hüllen
und zwischen
den Kernen
große Leere,
entfremdet,
gestört
durch mein
Selbstbewusstsein,
ein,
da auf "nichts"
- Quanten -
und tatsächlich nichts
- Leere -
gründend,
"leeres"?
Sag:
Wann kommst du,
Geliebter?
7.3.2025 nahezu vollständig inhaltlich, Bearbeitungen bis 7.11.2025, vollständig hier.
Hinweis:
Die seit 25.10.2025 überwiegenden Bearbeitungen der Versordnung habe ich am 7.11.2025 beendet. (Nach dem 25.10. gibt es nur noch zwei inhaltliche/stilistische Änderungen: je eine am 25. und 29.10.) Das Problem war und ist: Je nachdem in welchen Lesefluss man gerät, ergibt sich eine andere Versordnung; laut gelesen (von mir nicht getan) werden möglicherweise nochmals andere als die von mir erwogenen und letztlich entschiedenen vorteilhafter erscheinen. Irgendwann muss jedoch, um ein Werk veröffentlichen zu können, eine endgültige Entscheidung getroffen werden. Die Versordnung ist hier also nachrangig.
Lesen Sie das "Gedicht" (siehe "Anmerkungen", VII.) also in Ihrem Lesefluss! Wenn Sie einen Optimierungsvorschlag haben, schriftlich oder im Gewand einer Rezitation - sie mir vielleicht sogar als perfekte Video- oder Audiodatei zur dauerhaften Veröffentlichung auf dieser Website zur Verfügung stellen (siehe "Lesungen") - und mich damit überzeugen, ändere ich die Versordnung gern – so Sie nichts dagegen einzuwenden haben, selbstverständlich mit Nennung Ihres Namens.
Anmerkungen zum Stil:
Die Idee, das Gedicht (siehe "Anmerkungen zum Inhalt", "VII.") aus drei Fragen bestehen zu lassen, ist mir bereits bei der Niederschrift der ersten Fassung, der Kerngedanken, am 7.3.2025 gekommen; zuerst zog ich gar in Erwägung, es anstatt mit nur "Selbstgespräch" mit nur "Drei Fragen" zu betiteln. Die Symbolik der Zahl Drei verleiht den Gedanken zusätzliches Gewicht, die Dreiheit Nichtsein-Sein-Nichtsein / Entstehen-Bestehen-Vergehen die sehr passende Äußerlichkeit (Struktur, Kontur - je nach Betrachtung).
Zur ersten und dritten Frage: Alternativ, mithin richtiger bezogen auf einen Fragesatz, wären anstatt der Doppelpunkte Kommata; (in Bezug auf die Interpunktion) am richtigsten wäre, den ersten Teilsatz - "Eines Tages kommst du doch, Geliebter" - der ersten Frage mit einem Punkt zu beenden; dann bestünde allerdings ein Nichtfragesatz. Dies würde zwar nicht dem Faktum widersprechen, dass das Gedicht aus drei Fragen besteht, es würde allerdings nicht nur aus drei Fragen bestehen. Um die Fragen stilistisch gleich zu gestalten, aber auch um die mit den Fragewörtern "Warum" und "Wann" eingeleiteten eigentlichen Fragen zu verstärken, hervorzuheben, habe ich mich für Doppelpunkte - den durch das mit ihnen beim Lesen bewirkte Innehalten, und den wiederum dadurch bewirkten Spannungsaufbau - entschieden.
Anmerkungen zum Inhalt:
I.
Den 165 Versen (siehe oben "Hinweis") liegen Descartes Cogito-ergo-sum-Überzeugung, die Philosophie Schopenhauers - wenn es beide denn gab -, allgemeine ontologische und erkenntnistheoretische=epistemologische Überlegungen, die Erkenntnisse der Physik und Neurobiologie - wenn es diese denn wirklich gibt - sowie mein Denken zugrunde - wenn es denn wirklich mein Denken ist -. Nach meiner Überzeugung - siehe vor - bestehen folgende vier von mir nicht verifizierbare Möglichkeiten der Beschaffenheit meinesa Seins und des Seins der von mira wahrgenommenen Welt:
Möglichkeit 1: Alles ist immateriell = ich bin nicht aus Fleisch und Blut (son- dern ein Geistwesen), es gibt keine Materie.b
Möglichkeit 2: Ich und alles, was ich wahrnehmec, ist so wie ich es wahrneh- me = ich bin aus Fleisch und Blut, es gibt Materie.
Möglichkeit 3: Ich träume nur oder nur noch, was ich wahrnehmec, möglich- erweise nur oder nur noch nur als Gehirn im Tank d = ich bin aus Fleisch und Blut, es gibt Materie.
Möglichkeit 4: Ich bin ein Avatar (eine künstlich geschaffene virtuelle Person) in einer von anderen (oder einem anderen) virtuell geschaff- enen Welt innerhalb der materiellen Welt = ich bin nicht aus Fleisch und Blut (sondern ein Algorithmuse oder eine KIe – entweder als reine Software oder in Gestalt einer intelligenten Maschine (z. B. eines humanoiden Roboters), es gibt Materie.
a Das jeweils selbe gilt selbstverständlich, wenn es Sie und die anderen Menschen, die ich wahrnehme, so wie mich gemäß meiner Wahrnehmungen - in Fleisch und Blut, wach und vollständig - gibt, für Sie und alle anderen Menschen. Denn mit Gewissheit, weiß ich nur, dass i c h bin, Descartes cogito ergo sum [ich denke, also bin ich], siehe "Über mich", dritte Meta-Überzeugung und j, zum zu ergänzenden, von Descartes ausgeschlossenen "nur" k. Siehe auch hier f.
… *
Möglichkeit 1 - die nicht der Realität entsprechende Wahrnehmung, für eine begrenzte Zeit materiell in einer materiellen Welt zu existieren, tatsächlich aber ewig [= schon immer seiend] oder endlos [= nicht schon immer seiend] immateriell in einer immateriellen Welt zu sein - ist sehr unwahrscheinlich. Denn was spräche dafür, dass Geistwesenf sich für eine begrenzte Zeit - erinnerungslos an ihr eigentliches Sein - freiwillig den illusionären Wahrnehmungen hingeben, oder unfreiwillig hingeben müssen, aus Fleisch und Blut zu sein – Sauerstoff, Flüssigkeit und Nahrung aufnehmen und, was aus dem Organismus herausmuss, ausscheiden und absondern - konkret, auf gut Deutsch: pinkeln und kacken, schwitzen, rotzen, schleimen, als Frau menstruieren - zu müssen, also, kurzgesagt, (mannigfachen) Stoffwechsel zu haben? [Zur Möglichkeit, dass die illusionären Wahrnehmungen von Materie nicht zeitbegrenzt sind, siehe weiter unten.]
f Wenn ich zur Erörterung der möglichen Realität mein Nichtwissen, siehe a, ignorierend bei Möglichkeit 1 von Geistwesen (Plural) und Menschen und möglicherweise anderen Lebewesen, die tatsächlich Geistwesen sind, und bei Möglichkeit 2 von tatsächlichen Menschen und anderen Lebewesen ausgehe, und nicht nur von mir, dann lege ich die wahrscheinliche Wahrscheinlichkeit, siehe "Über mich" , "Anmerkungen", l, zugrunde, dass ich - Möglichkeit 1 - nicht das einzige Geistwesen wäre, das existierte bzw. - Möglichkeit 2 - nicht der einzige Mensch, siehe h. Sofern Möglichkeit 3, 4 oder (siehe folgend) 5 der Realität entspräche, bestünde diese wahrscheinliche Wahrscheinlichkeit ebenfalls, aber es könnten auch Nicht-Menschen (oder ein Nicht-Mensch) - andere Intelligenzen (eine andere Intelligenz) - meinen Zustand bzw. mein Sein herbeigeführt haben; dann wäre zudem eine wahrscheinliche Wahrscheinlichkeit, dass es - Möglichkeit 3, sofern ich schon immer träume oder schon immer Gehirn im Tank bin, siehe d - keine anderen Menschen bzw. - Möglichkeit 4 - gar keine Menschen gibt. (Über die Höhe - also die Wahrscheinlichkeit - der jeweiligen Wahrschein-lichkeit lässt sich freilich, je nach aktuellem Stand der wissenschaftlichen Überzeugungen und den Belastbarkeiten der zugrunde gelegten Theorien, verschiedener Ansicht sein.)
Was spräche dafür, dass ich mich - a: dass Sie sich, dass alle Menschen sich - als Geistwesen dafür entschieden habe oder dazu verpflichtet bzw. gezwungen wurde? Und wann fingen Geistwesenf damit an? Wann begannen sie, diese Illusion zu realisieren, also eine Zeit lang - ein Menschenleben lang - als materielle geschlechtliche Entitäten in einer materiellen Welt, als ausgedehnte Substanzen unter ausgedehnten Substanzen zu "existieren", d. h. sich zu fühlen? Als der Homo sapiens entstand (vor 300.000 Jahren)? Als sich die ersten Hochkulturen (4.000 v. Chr.) entwickelt hatten? Wäre dann alles davor - u. a. die Entstehung des Universums, unseres Sonnensystems, des Lebens auf der Erde - eine Illusion innerhalb der Illusion, Mensch auf dem Planeten Erde zu sein? Oder ist bereits die Evolution - konkret: die Menschheitsgeschichte - eine Illusion innerhalb der Illusion? Denn wie könnten Anfänge inmitten der Abstammungslinien/Blutlinien gemacht werden, wenn die Geburt Teil der Illusion Mensch zu sein wäre? Und wie ließe sich ein Zusammenhang der Neugeborenen mit den Geistwesen-Entscheidungen, Mensch zu werden oder ein anderes Geistwesen Mensch werden zu lassen, herstellen, also die Identi-tätsgleichheit Geistwesen-Mensch realisieren?
… *
Eine m. E. noch unwahrscheinlichere und deshalb nur der Vollständigkeit halber erwähnte Möglichkeit ist folgende:
Möglichkeit 5: Ich bin ein Avatar (eine künstlich geschaffene virtuelle Person); was ich ansonsten, außerhalb von mir, wahrnehme (die Folgen bzw. Wirkungen meiner Entscheidungen und meines Tuns, was ich erlebe) c, ist so wie ich es wahrnehme = ich bin nicht aus Fleisch und Blut (sondern ein Algorithmuse oder eine KIe – entweder als reine Software oder in Gestalt einer intelligenten Maschine (z. B. eines humanoiden Roboters), es gibt Materie.
Sie würde bedeuten, dass meine Eltern eine mir eingegebene Information wären - zwar aus Fleisch und Blut, aber nicht meine Eltern, dass meine Mutter mich also nicht geboren hätte. Dies kann durchaus möglich sein. Meine Kinder wären dann aber auch nicht meine leiblichen Kinder. Da sie jedoch nicht daran zweifeln, dass sie meine Kinder sind, so wie alle anderen - Verwandte, Bekannte, die Frauen, mit denen ich partnerschaftliche Beziehungen hatte - nicht daran zweifeln, dass ich ihr Verwandter und Bekannter bin, ihr Partner war, und zwar so wie sie aus Fleisch und Blut, scheint Möglichkeit 5 nicht die Realität sein zu können.
Alles, was ist, d. h. was icha wahrnehme und von dem ich Kenntnis habe, ist letztlich a b s u r d , auch das icha bin – wenn denn meinea Wahrnehmungen meinesa Seins und des Seins der Welt der Realität entsprechen und nicht ein höherer Sinn, oder, so icha wahrnehme, was nicht der Realität entspricht, eine von anderen (oder einem anderen) bewusst getroffene zweck-, mithin zielorientierte Entscheidung, Grund meinera Existenz ist. So auch Thomas Nagel (*4.7.1937) - wenn es ihn denn gibt - in seinem Essay The Absurd [Das Absurde].h Wobei die Einordnung als Absurdität voraussetzt, dass icha überhaupt 1. die systemische, 2. die intellektuelle Möglichkeit zu dieser Bewertung habe, weshalb sich, worauf Nagel - wenn es ihn denn gibt - hinweist, belastbar fragen lässt, ob nicht vielmehr diese M ö g l i c h k e i t - die eine Fliege, eine Maus, eine Gazelle: ein anderes Tier (als das Tier Mensch, das icha bin, so icha ein vollständiger / vollständig gewesener Mensch bin und es Tiere, so wie ich sie wahrnehme, überhaupt gibt) wahrscheinlich nicht hat - absurd ist.i
… *
II.
Da das Gesetz von Ursache und Wirkung nur bezogen auf materielle Veränderungen, d. h. nur in materiellen Welten gilt (wozu auch das Agieren und Reagieren, mithin, sofern möglich, das von äußeren Gegebenheiten unabhängige Entscheiden, Verhalten und Handeln der in ihr befindlichen Lebewesenj und KI'se - intelligenten Maschinen (z. B. humanoide Roboter), Avataren und sonstigen virtuellen Programme / Algorithmene - zählen), jedenfalls nicht belastbar begründet werden kann, dass es auch in einer - so es sie gäbe - (höheren) geistigen Welt gilt, unterliege icha ihm nur dann, wenn icha kein Geistwesen bin (also auf mich eine der in I. genannten Möglichkeiten 2 bis 5 zutrifft).
… *
III.
Wenn icha bin wie icha mich wahrnehme, nämlich aus Fleisch und Blut, wach und vollständig (I. 2), ist genau genommen, gem. II., das tatsächliche/endgültige Sterben, also die letzte Veränderung vor dem Exitus, Wirkung, und der Tod das Ergebnis dieser letzten Wirkung – allerdings nur - sofern es besteht, siehe I. - bezogen auf das psychische Ich. Denn die an der Materie - dem organischen Leib, so es ihn gibt - sich vollziehenden Ursachen und Wirkungen setzen sich fort.
Sofern icha Gehirn im Tank bin (I. 3), geht vermutlich nur eine Ursache (Veränderung an meinem Hirn bzw. an seiner Versorgungszufuhr) voraus, und kein mehrstufiger Prozess, wie meistens (Ausnahme können z. B. nach Versagen einer lebenswichtigen Organfunktion und nach Gewalteinwirkung bestehen) vor dem Tod/Verendetsein/Abgestorbensein/Eingegangensein organischene Lebens.
Sofern icha ein Avatar bin (I. 4 und 5), ist meina Tod, d. h. das von mir nicht mehr wahrgenommene Nichtmehrsein, das Ergebnis der letzten Wirkung des Programms / der KIe, das bzw. die icha bin, nämlich des Abschaltens des- bzw. derselben durch andere (oder einen anderen). Die auf meina Sein bezogene direkte Ursachen-Wirkungen-Kettek - begonnen durch Entscheidung, Entwicklung, Aktivierung und ggfs. fortgeführt durch Veränderungen, Optimierungen und Inputs - ist dann durch jene (oder jenen) beendet.
Die indirekte meina Sein betreffende Kausalkette geht freilich unendlich zurück, egal ob ich aus Fleisch und Blut und vollständig bin, schon immer nur Gehirn im Tank oder ein Avatar.
Sofern icha ein Geistwesen bin (I. 1), können Kausalketten, siehe II., nicht begründet werden.
IV.
Das eigenea Nichts-Sein (Gedicht: "also auch ich [110. und 111. Vers] … "nichts" bin [130. Vers] …") habe ich hier physikalisch begründet – anders als Schopenhauer (*22.02.1788, 21.09.1860), der - wenn es ihn denn gab - metaphysisch (meta-physikalisch) begründete und wie folgt schrieb: "Der aber wird am wenigsten fürchten im Tode zu nichts zu werden, der erkannt hat, daß er schon jetzt nichts ist, und der mithin keinen Antheil mehr an seiner individuellen Erscheinung nimmt, indem in ihm die Erkenntniß den Willen gleichsam verbrannt und verzehrt hat, so daß kein Wille, also keine Sucht nach individualem Daseyn in ihm mehr übrig ist." (Arthur Schopenhauer (*22.02.1788, †21.09.1860) Die Welt als Wille und Vorstellung, Gesamtausgabe Deutscher Taschenbuch Verlag, 5. Auflage 2011, Zweiter Band (1844, überarbeitet 1859), Ergänzungen zum Vierten Buch, "Kapitel 48. – ZUR LEHRE VON DER VERNEINUNG DES WILLENS ZUM LEBEN. ", im Zweiten Band S. 708) sowie auch "Denn im Grunde ist doch jede Individualität nur ein specieller Irrthum, Fehltritt, etwas das besser nicht wäre, ja, wovon uns zurückzubringen der eigentliche Zweck des Lebens ist." (Arthur Schopenhauer, wie vor, "Kapitel 41. – UEBER DEN TOD UND SEIN VERHÄLTNISS ZUR UNZERSTÖRBARKEIT UNSERS WESENS AN SICH.", im Zweiten Band S. 571), siehe auch "Über mich", erste Meta-Überzeugung sowie "Anmerkungen" (dort) f, g und n.
V.
Den Tod nenne ich deshalb (weil entgegen meiner Überzeugung, siehe Gedicht, zweite Frage) irrational "Geliebter", weil ich ihn als die Nichtungn auch meines psychischen Ichs sehe (bzw. richtiger gem. I. Satz 2 ff.: erhoffe).o So er diese Nichtungn nicht ist, d. h. mein psychisches Ich, vielmehr (nur) mein Bewusstsein, dass ich ich bin, weiterhin existiert - unabhängig davon, ob ich mich als mich wahrnehme oder als etwas oder jemand anderes/neues, sofern ich also nach meinem mutmaßlichen Gestorbensein irgendetwas oder irgendjemand bin, das bzw. der oder die Bewusstsein hat (auch wenn ohne Selbstbewusstsein), oder ich zeitweise als bzw. in etwas ohne Bewusstsein "existiere", vielmehr "ruhe", hernach aber wieder mit -, wird sich zeigen, ob ihn "Geliebter" zu nennen berechtigt war oder ein irriger Euphemismus.p
n Sartre (*21.06.1905, †15.04.1980) - wenn es ihn denn gab - nannte den Tod die "Nichtung meiner Möglichkeiten" (Jean-Paul Sartre L'être et le néant. Essai d'ontologie phénoménologique [Das Sein und das Nichts - Versuch einer phänomenologischen Ontologie], Übersetzung Hans Schöneberg und Traugott König, "Vierter Teil: Haben, Handeln und Sein", "Erstes Kapitel: Sein und Handeln: Die Freiheit", "II. Freiheit und Faktizität: Die Situation", "E) Mein Tod", Rowohlt-Verlag 1993, 19.-22. Tausend Januar 1997, S. 929, S. 936, vgl. S. 923, vgl. S. 940-941)
o Wenn man "Nichtung" als Prozess versteht, also als etwas, das geschieht (und nicht geworden ist), ist das Sterben die Nichtung - oder, als Erleben: das Genichtet-Werden - und der Tod die eingetretene=vollendete Nichtung, das Nicht-mehr-sein, Genichtet-worden-sein, das Nicht-Sein des Genichtet-seins.
… *
VI.
Ohne die Personifizierung des Todes, insbesondere die Erhebung des Todes zum Geliebten, wäre das Gedicht ein rein philosophisches und deshalb unter "Philosophisches" einzuordnen.
Die erste Frage lautete dann
Warum
Kommt mein Tod
noch nicht?
("noch" meint "jetzt" und habe ich gewählt, weil "jetzt" wegen der Betonungs-=Hebungsnotwendigkeit metrisch nicht passt), die erste Zeile der zweiten Frage
Weil er Wirkung ist
(endend ebenfalls mit Komma).
Aus den ersten acht Versen würden also vier. Die dritte Frage fiele weg, folglich auch der Untertitel.
Für mich ist diese nüchterne - die sehnsuchtslose - Version keine überzeugende Alternative. Denn das Gewicht des Gedichts liegt in der ersten und dritten Frage; mit der zweiten überlege ich "lediglich", 1. warum der Tod noch nicht gekommen ist - richtiger: warum ich noch nicht gestorben bin -, bekunde ich 2. die meiner Überzeugung nach bestehende Sinnlosigkeit von allem (nicht indes des Sinnvollem innerhalb der Sinnlosigkeit, siehe Gedicht Verse 37 bis 42), erörtere ich 3. die Nichtverifizierbarkeit meiner Wahrnehmungen, 4. die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Materie - richtiger: was aus (und demzufolge auch was durch bzw. aufgrund oder weil) Materie ist - aus eigentlich nichts - Quanten - und tatsächlich nichts - Leere - entsteht und besteht, und dass deshalb 5. auch ich, gleich welche der Möglichkeiten I. 2 bis I. 5 der Realität entspricht q, aus "nichts" und nichts entstanden bin und bestehe. Deshalb nehme ich sie nicht als Version II und die Urfassung nicht als Version I.
q Wenn Möglichkeit I. 1. zutrifft, gibt es keine Materie, siehe I. b und Folgeabsatz des Fließtextes.
Wem die rein sachliche - die emotionsfreie - Version zugänglicher, genehmer, ist, darf sie unter Weglassung des Untertitels "(Drei Fragen)" und Hinzufügung von "(Version II)" verwenden – die Klammern bitte aus dem im Vorabsatz genannten Grund.
VII.
Das Gedicht ist, wie Sie - wenn es Sie denn überhaupt gibt - vermutlich auch meinen, eigentlich kein Gedicht, sondern – wie Was gesagt werden muss von Günter Grass (*16.10.1927, †13.04.2015), wie ich mit Herta Müller (*17.08.1953), Claus Kleber (*2.9.1955) oder die ZDF-heute-journal-Redaktion, Stefan Leifert (*1977), Wolfgang Herles (*8.5.1950) und wahrscheinlich vielen anderen - wenn es sie alle denn gibt - meine – ein Nicht-Gedicht, ein uneigentliches Gedicht.
* Endfassung in Bearbeitung