Gedichte – Andreas Chilinski

Andreas C.

Silvestergedanken

Silvestergedanken

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Im Raum des Nichts

abgestandenes Sein,

Lotosblumen, die schweigen,a

kein Luftzug.

Tiefe Nachtb,

Himmel ohne Mond.

Gerade mal zehn.c

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Im Raum des Nichts

geht nichts,

kommt nichts Neues.

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Von einer fremden Galaxie herüber

Getöse der Menschen,

dann und wann bunte Lichter.

Warum diese Unruhe?

Nach wem schrei'n sie?

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Ach, wäre nur Stille!

Ach, könnte die Nacht

mächtiger sein!

Du erhabenes Nichts:

Wärest du nicht nur um mich!

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K o m m , süßes Nichts!d

Komm noch näher!

Durchdringe mich!

Denn auflösen will sich

jede Pore,

bis hin zum Verborgenen,

zum Letzten

meines Ichs.

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Und dann, du neues Jahr:

Nimm diesen Raum,

du kannst ihn haben!

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Nichts wird an mich erinnern.

Selbst die Bilder,

die andere von mir haben,

festsitzend in ihren Köpfen,

Deutungen freilich nur,

Deutungen,

werden bald verblassen,

spätestens

mit ihreme Tod.

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Aufgelöstes Sein...

Du lieblicher Gedanke!

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Ihr fernen Fremden

könnt mich nicht versteh'n!

Mit eurem Getöse

und euren Lichtern

könnt ihr mich nicht locken!

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Zu weit bin ich

von euch entfernt.

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a  Gemeint: Der Verlust ihrer Fähigkeit, ihrer sie auszeichnenden Besonderheit. "Das Besondere an den Blättern des Lotos ist, dass sie flüssigkeitsabweisend sind [...]. Dadurch bleiben die Blätter stets sauber [...]." (wikipedia.org, "Lotosblumen", "Beschreibung", 1.1.17)

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  "Dass der Lotus als Symbol der Reinheit gilt, ist seinem natürlichen Lebensraum zuzuschreiben. Die Blume wächst bevorzugt in schlammigen Gebieten und siedelt [...] auf der Oberfläche des schmutzigen Wassers. Die spezielle Oberflächenbeschaffenheit der Blätter, die mit sehr feinen Noppen besetzt sind, sorgt dafür, dass die Blüte trotz der schmutzigen Umgebung stets sauber und rein ist. Weil ihm das Wasser und der Schmutz nichts anhaben können, steht der Lotus für [...] Reinheit und Unberührtheit." (blumen-versender.com, "Lotusblume", "Symbol der Reinheit", vgl. "Symbol der Religion", vgl. wikipedia.org, "Lotosblumen", "Symbolik", 1.1.17) Des Weiteren gilt der Lotos/Lotus als "[...] Sinnbild für Reinheit, Treue, [...] Erleuchtung [...]"1, "Regeneration"2, "die [...] Schöpfung"3, die "Vollkommenheit"4 (1 wikipedia.org, "Lotosblumen", "Symbolik", 2 universal_lexikon.de-academic.com, "Lotosblume", "Kulturgeschichte, Religionswissenschaft", 3 blumen-versender.com, "Lotusblume", "Weitere symbolische Bedeutungen der Lotusblume" (vgl. 1), 4 blumen-versender.com, "Lotusblume", "Symbol der Vollkommenheit", 1.1.17).

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b "Als Nacht wird gemeinhin der Teil eines vollen Tages bezeichnet, bei dem die Sonne vom jeweiligen Standort eines Beobachters gesehen unter dem Horizont steht, also die Zeitspanne zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Astronomisch wird unter Nacht maximale Dunkelheit verstanden, also die Spanne zwischen dem Ende der astronomischen Dämmerung am Abend (bei uns etwa 1½ bis 2½ Stunden nach Sonnenuntergang) und deren Beginn am Morgen." (wikipedia.org, "Nacht", 1.1.17)

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c  Gemeint: Gerade ist es mal 22 Uhr.

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d "Komm, süßer Tod", Johann Sebastian Bach, BWV 478, Textdichter unbekannt

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  Strophe 1:

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Komm, süßer Tod, komm, sel'ge Ruh!
Komm, führe mich in Friede,

weil ich der Welt bin müde,

ach komm, ich wart auf dich,

komm bald und führe mich,

drück mir die Augen zu.

Komm, sel
'ge Ruh!
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e  Gemeint: Der Tod der "andere[n]".

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31.12.2016/1.1.2017

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